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im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 15 Gott fängt nach der Katastrophe neu mit seinem Volk an
Von Wolfgang Buck
lesen Jesaja 40, 1-31

Gelber Bleistif

lernen

Jes 40 bis 55 ist das Trostbuch Israels. Unzähligen Menschen sind seitdem diese Texte zum Trost und zur Hilfe in persönlichen Krisen geworden.

Es sind Prophetenworte für das Ende der babylonischen Gefangenschaft. Während Israel allmählich an der Macht Gottes zweifelt (z. B. V 27), heißt die Botschaft: Die Strafe ist um, ihr dürft bald heim! In immer neuen Bildern und starken Vergleichen, in deutlichen Anspielungen auf den ersten Auszug - damals in Ägypten - lässt Gott sagen: Ich mache Geschichte, eure Heilsgeschichte, und ich fange jetzt an! - Ob das Volk darauf eingehen wird?

erklären

V 1-2: Gott macht einen neuen Anfang. Trösten heißt im Hebräischen nicht nur, freundliche Worte machen, sondern helfend eingreifen. Die doppelte Strafe ist vorbei (vgl. Jer 16, 18), die Schuld ist vergeben!

V 3-5: Gott beginnt In der Wüste. Zwischen Babel und Jerusalem liegt Wüste. Dort soll eine Prachtstraße planiert werden, so wie man sie in Babel kannte. Gott will seinem Volk sagen: Gerade dort, wo menschlich nichts zu hoffen und zu erwarten ist, dort beginnt Gott etwas Neues! Dieses Bild hat in Israel Geschichte, war es doch der große Mose, dem Gott nach 40 Jahren Schafehüten in der Wüste Midians begegnet ist - und das war der Anfang der Befreiung aus Ägypten!

V 6-7a: Predigen trotz negativer Erfahrungen. Der Prophet, der die Freudenbotschaft ausrichten soll, stößt an Grenzen: Es hat doch keinen Zweck, die Leute sterben hier wie die Fliegen. Und schließlich ist das alles doch Strafe Gottes. Wie kann man angesichts solcher Umstände glaubwürdig von Erlösung predigen? Wer so redet, hat bereits resigniert. Und hier kleidet sich die Resignation auch noch in fromme Vokabeln: des Herrn Odem bläst darein.

V 7b-8: Menschliche Erfahrung gegen Gottes Wort. Gott nimmt die resignierenden Worte des Volkes auf: Jawohl, das ist eure Erfahrung, das Volk ist wie Gras, - aber mein Wort gilt! Egal, wie negativ die durchlittene Zeit auch ist, wenn Gott Neues ankündigt, dann wird er es auch tun, aller Resignation und aller Erfahrung zum Trotz! Sein Wort gilt.

V 9-11: Gottes Siegeszug ist anders! Die Verse 9-10 benutzen Worte, mit denen man die Triumphzüge im Altertum schilderte. Die erbeuteten Reichtümer und die gefangenen Menschen wurden vorgeführt. - Aber dann kippt das Bild vom triumphierenden Herrscher in V 11 abrupt um: Unser Gott ist zwar ein Herrscher - aber zugleich ist er ein guter Hirte, voller Fürsorge für sein Volk!

V 12-17: Gott allein macht Geschichte! Israel denkt noch immer mit den Maßstäben des politisch Möglichen. Da ist die Großmacht Babel, was soll man denn dagegen ausrichten? - Geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage, heißt Gottes eindeutige Antwort. Er, der geradezu spielerisch mit dem ganzen Weltall umgeht, er allein macht Geschichte. Und wie schnell bestens gesicherte Staaten zusammenbrechen können, das haben wir in Mitteleuropa in den letzten Jahren überdeutlich erfahren.

V 18-20: Götzen sind so machtlos wie ihre Verehrer! Immer wieder in diesen Kapiteln gibt es spöttische Seitenhiebe auf den Götzendienst, mit dem Israel in Babel ständig konfrontiert wird (vgl. auch 44, 12-20!) Was sollen denn solche machtlosen Götzen schon können? - Statt dessen gilt:

V 21-26: Noch einmal: Gott allein macht Geschichte! Herrscher werden abgelöst - vordergründig durch Entscheidungen der Menschen und einleuchtende Entwicklungen, die man nachzeichnen kann. Hintergründig aber schaltet und waltet Gott in der Geschichte. Das sollte Israel eigentlich schon längst begriffen haben. Und darüber hinaus ist Gott auch der Herrschaft des Weltalls (V 26), er allein darf ihnen Namen geben (= Herrscherrecht).

V 27-31: Von Gottes Größe her denken! Israel zweifelt immer noch an Gottes Willen und Fähigkeit, trotz der politischen Sachzwänge wirklich umfassend einzugreifen. Es versucht dabei Gott von den menschlichen Möglichkeiten her zu beurteilen - und stößt schnell auf Grenzen: müde und matt (vgl. Jes 40, 31). Unser Text argumentiert genau anders herum: Gott ist stark, und er überträgt seine Stärke auf den Menschen. Das führte Martin Luther zu dem spitzen Satz: "Gottes Wort macht uns Gott gleich !" Wo menschlich nichts zu hoffen ist - Gott kann neue Kraft geben!

bündeln

Unser Text ist ein leidenschaftlicher Appell Gottes an sein Volk, das Gott nicht mehr zutraut, die geschichtlichen Verhältnisse zu ändern. Dabei gilt:

  • Gott allein kann einen Neuanfang setzen, kann trösten und helfend eingreifen. Das gilt auch dort, wo menschlich nichts mehr zu hoffen ist.
  • Wenn Gott einen neuen Anfang setzt, geschieht das oft in der "Wüste".
  • Die fromm verbrämte Resignation zählt nicht.
  • Gott allein macht Geschichte. Für ihn gibt es keine politischen Sachzwänge.
  • Wo Gott handelt und seine Pläne durchführen will, gibt er den beteiligten Menschen auch die notwendige Kraft.

vertiefen

  1. Welches Bild für das Volk Israel beeindruckt Euch am meisten? Warum?
  2. Welche Orte der Gotteserfahrung werden in diesem Text genannt?
  3. Was ist der Zweck des neuen Anfangs?
  4. Welche Lieder fallen Euch ein, die Bilder aus diesem Text verwenden?

anwenden

  1. Überlegt und berichtet, wo Ihr in Eurem Leben Gottes überraschendes Eingreifen erfahren habt.
  2. Macht Euch bewusst, wie oft Gott in biblischen Geschichten "in der Wüste" neu beginnt, dort also, wo nichts zu hoffen ist.
  3. Wie kann fromm verbrämte Resignation heute aussehen (z. B. die Rede "vom harten Pflaster" vor einer Evangelisation usw.)?
  4. Was spricht dafür, dass die deutsche Vereinigung ein gnädiges und machtvolles Eingreifen Gottes in die Geschichte war, - alten Sachzwängen zum Trotz?
  5. Berichtet davon, wie Gott Euch Kraft gegeben hat, die Ihr nie erwartet hättet.
  6. Darf man um scheinbar unmögliche Dinge beten? Wo liegt die Grenze zwischen dem realistischen Vertrauen auf Gottes Allmacht und unrealistischem Träumen?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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